Ablauf · Dauer

Der Rechtsstreit gegen Meta: Ablauf und Dauer Schritt für Schritt

Was zwischen der ersten Anfrage und einem Urteil passiert, was Sie selbst tun müssen und wie lange Verfahren gegen Meta wegen der Business Tools bisher gedauert haben – belegt mit echten Verfahrensdaten.

  • Acht Schritte bis zum Urteil
  • Berufung: meist mehr als ein Jahr
Hinweis: Das Hintergrundbild wurde mit KI erzeugt

Ablauf

Der Ablauf einer Klage gegen Meta in acht Schritten

So läuft eine eigene Klage mit Rechtsschutzversicherung typischerweise ab. Nicht jeder Schritt kommt in jedem Verfahren vor.

  1. Anfrage und Mandat

    Geprüft wird, ob die Voraussetzungen vorliegen: ein Facebook- oder Instagram-Konto seit dem 25. Mai 2018, ein Wohnsitz in Deutschland und eine Rechtsschutzversicherung.

    Ihre Aufgabe: Angaben zu Konto und Versicherung machen, die Vollmacht unterschreiben.

  2. Deckungsanfrage bei der Versicherung

    Die Kanzlei bittet Ihre Rechtsschutzversicherung, die Kosten zu übernehmen. Lehnt die Versicherung ab, weil sie keine hinreichende Aussicht auf Erfolg sieht, sieht der Versicherungsvertrag ein Gutachter- oder Stichentscheidverfahren vor (§ 128 VVG).

    Ihre Aufgabe: Versicherungsschein oder Versicherungsnummer bereitstellen.

  3. Anspruchsschreiben an Meta

    Meta wird außergerichtlich zur Zahlung, zur Auskunft und zur Unterlassung aufgefordert, mit einer Frist. Erst wenn Meta nicht einlenkt, wird geklagt.

  4. Klage vor einem deutschen Gericht

    Verklagt wird die Meta Platforms Ireland Limited. Wer in Deutschland wohnt, kann vor einem deutschen Gericht klagen (Art. 79 Abs. 2 DSGVO). Zuständig ist je nach Streitwert das Amtsgericht – seit 2026 bis 10.000 Euro (§ 23 Nr. 1 GVG) – oder das Landgericht.

  5. Klageerwiderung und Schriftsätze

    Meta antwortet schriftlich auf die Klage; danach tauschen die Parteien weitere Schriftsätze aus. In dieser Phase fragt die Kanzlei Sie, wenn Angaben ergänzt werden müssen.

    Ihre Aufgabe: Rückfragen beantworten, etwa zur Nutzung des Kontos.

  6. Mündliche Verhandlung

    Das Gericht verhandelt den Fall. Es kann die Klagepartei persönlich anhören, um sich ein Bild von der Betroffenheit zu machen (§ 141 ZPO); die Teilnahme per Bild- und Tonübertragung ist möglich, wenn das Gericht sie zulässt (§ 128a ZPO).

    Ihre Aufgabe: zum Termin erscheinen, wenn das Gericht Sie lädt.

  7. Urteil

    Das Gericht entscheidet über Schadensersatz, Auskunft, Löschung und Unterlassung. Viele Urteile geben der Klage teilweise statt.

  8. Berufung und Bundesgerichtshof

    Beide Seiten können in Berufung gehen. Danach entscheidet der Bundesgerichtshof nur, wenn das Oberlandesgericht die Revision zulässt oder eine Nichtzulassungsbeschwerde Erfolg hat.

Über 2.000 Urteile sind bereits zugunsten von Facebook- und Instagram-Nutzern ergangen. Einzelne Landgerichte sprachen 5.000 € bis 10.000 € zu: das LG Mainz 10.000 € und das LG Frankfurt (Oder) 6.000 € als Geldentschädigung nach § 823 BGB, das LG Leipzig 5.000 € nach Art. 82 DSGVO; ob diese Urteile Bestand haben, ist offen. Oberlandesgerichte sprachen zwischen 250 € und 3.000 € zu, meist zwischen 500 € und 1.500 €. Andere Gerichte wiesen Klagen ab; der Bundesgerichtshof hat noch nicht entschieden (Stand: 14. Oktober 2026).

Dauer

Wie lange dauert die Klage gegen Meta?

Vorhersagen lässt sich das nicht. Wie lange ein Verfahren dauert, hängt vom Gericht, von dessen Auslastung und davon ab, ob eine Seite in Berufung geht. Die bisherigen Verfahren geben aber einen Eindruck:

  • Erste Instanz: Viele der heute entschiedenen Klagen wurden 2023 eingereicht, das zeigen ihre Aktenzeichen; das LG Münster etwa entschied am 29. Januar 2025 (04 O 241/23).
  • Berufung: In 15 bisher entschiedenen Berufungsverfahren lagen zwischen dem Urteil des Landgerichts und dem des Oberlandesgerichts gut neun bis gut 18 Monate, in neun Fällen mehr als ein Jahr.
  • Bundesgerichtshof: Mehrere Verfahren sind dort angekommen, entschieden ist noch keines. Bis Ende Januar 2027 steht kein Termin dazu im Kalender des Gerichts.

Ein Beispiel für einen zügigen Abschluss: Das OLG Dresden entschied ein Jahr nach dem Landgericht Dresden und ließ die Revision nicht zu; das Urteil ist rechtskräftig (4 U 292/25).

Mit Rechtsschutzversicherung

Den ersten Schritt machen

Am Anfang steht die Anfrage. Ob sich eine Klage lohnt und ob die Versicherung zahlt, klärt sich in den Schritten 1 und 2.

Bei Rechtsschutz fragen wir die Kostenübernahme für Sie an. Ob und in welchem Umfang die Versicherung zahlt, entscheidet sie; eine Selbstbeteiligung richtet sich nach Ihrem Vertrag.

Ansprüche können verjähren. Wir prüfen das für Ihren Fall.

Klage mit Rechtsschutz anfragen Anfrageformular der Kanzlei NOVALEX · nur Business-Tools-Fälle, nur mit Rechtsschutzversicherung

Fragen zum Ablauf des Rechtsstreits

Muss ich selbst zum Gericht?

Nur wenn das Gericht Sie lädt. Viele Gerichte hören die Klagepartei in der mündlichen Verhandlung persönlich an; ob und wo Sie erscheinen müssen, steht in der Ladung.

Was passiert, wenn die Rechtsschutzversicherung ablehnt?

Lehnt sie wegen fehlender Erfolgsaussicht ab, kann ein Stichentscheid oder ein Gutachterverfahren nach § 128 VVG eingeleitet werden. Danach wird mit Ihnen besprochen, wie es weitergeht.

Kann ich während des Verfahrens noch etwas tun?

Ja: erreichbar bleiben, Rückfragen beantworten und Änderungen wie einen Umzug oder einen Wechsel der Versicherung mitteilen.

Quellen